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20. Mai 2021 · 10:45 - 12:15 Uhr
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Wirkungsvolle Hilfen für Kinder suchtkranker und psychisch kranker Eltern / im Online-Archiv nicht verfügbar

Kinder von Eltern mit psychischer Erkrankung benötigen bedarfsgerechte Hilfeangebote. Auf Grundlage aktueller Forschungsbefunde und guter Praxis werden Herausforderungen wie Rahmenbedingungen gelingender Versorgungsstrukturen diskutiert.

Wenn Eltern eine Suchterkrankung oder andere psychische Erkrankung haben, dürfen die Kinder nicht vergessen werden. Zahlreiche Studien belegen, dass Kinder psychisch kranker Eltern eine Hochrisikogruppe darstellen, die stark gefährdet ist, im Laufe ihres Lebens selbst eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Obwohl in Deutschland Schätzungen zu Folge mehrere Millionen Kinder betroffen sind, ist eine nachhaltige flächendeckende Versorgung noch nicht etabliert. Zur Notwendigkeit bedarfsgerechter Hilfeangebote für die Zielgruppe hat der Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V. (BVkE) im Rahmen eines Positionspapiers Stellung bezogen.
Die Hemmnisse und Herausforderungen, insbesondere aber auch die Gelingensfaktoren einer wirkungsvollen Versorgung sind Gegenstand des Diskurses dieser Veranstaltung. Zudem werden die Leitfragen geteilt, welche spezifischen Wirkfaktoren im Bereich von Hilfen für Kinder suchtkranker und psychisch kranker Eltern von Relevanz sind und welche Bedeutung die strukturellen Rahmenbedingungen haben. Dabei steht insbesondere eine interdisziplinär gestaltete Leistungserbringung im Zusammenspiel von Jugendhilfe, Suchthilfe und Gesundheitswesen im Fokus.
Im Rahmen der Veranstaltung sind mehrere Impulsvorträge vorgesehen, die sowohl die Wissenschaft als auch den Praxisbezug in den Blick nehmen. Aus wissenschaftlicher Sicht wird insbesondere auf aktuelle Forschungsergebnisse zu Wirkungen und Wirkfaktoren sowie Strukturbedingungen für eine gelingende zielgruppenspezifische Versorgung Bezug genommen werden. Des Weiteren soll ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Kinder psychisch und suchtkranker Eltern“ gegeben werden. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf dem Forschungsprojekt „Steuerungswissen und Handlungsorientierung für den Aufbau effektiver interdisziplinärer Versorgungsnetzwerke für suchtbelastete Familien“ (VSSF) das vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird und an die Ergebnisse der Arbeitsgruppe anknüpft. Grundlage dieses partizipativen Forschungsprojekts ist ein breiter Beteiligungsprozess sowohl von Fachkräften aller relevanten Arbeitsfelder also auch von betroffenen Eltern und jungen Menschen. Die vorgestellten Befunde beruhen auf den Ergebnissen der bis dato durchgeführten qualitativen und quantitativen Erhebungen und werden angereichert durch relevante Ergebnisse aus der Wirkungsevaluation in der Erziehungsberatung (Wir.EB), mit bundesweiten Daten aus über 10.000 Beratungsprozessen sowie aus der Evaluation des vom Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln durchgeführten Modellprojekts „Chance for Kids“ Bezug, im Rahmen dessen eine zweijährigen Begleitforschung mit einer Stichprobe von ca. 200 unterstützten Kindern und Familien durchgeführt wurde. Die Ausführungen werden durch zahlreiche Praxisbeispiele gelingender Hilfen für die Zielgruppe flankiert und illustriert.

Referierende
Prof. Dr. Silke Wiegand-Grefe, UKE Hamburg
Prof. Dr. Matthias Laub, HAW Landshut
Jens Arnold, Leitung Fachbereich Forschungsmethoden und Evaluation, Institut für Kinder und Jugendhilfe (IKJ)
Dr. Kristin Ferse, Suchtbeauftragte der Stadt Dresden
Niklas Helsper , Leiter des Fachbereichs Eingliederungshilfe und Gesundheitswesen, Projektleiter der Forschung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, Institut für Kinder und Jugendhilfe (IKJ)
Moderation
Monika Feist-Ortmanns, Stellv. Direktorin Institut für Kinder und Jugendhilfe (IKJ)
Ausrichter*in
Deutscher Caritasverband, Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe e.V.
Kooperationspartner
Jens Arnold
Institut für Kinder- und Jugendhilfe gGmbH
Leiter Fachbereich Forschungsmethoden und Evaluation
Saarstr. 1
55122 Mainz
Telefon 06131 / 94797-97
Telefax 06131 / 04797-77
arnold@ikj-mainz.de
www.ikj-mainz.de
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