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18. Mai 2021 · 15:45 - 17:15 Uhr Ausgebucht
Workshop

Wenn Jugendliche nicht mehr in die Schule gehen … Angebote und Maßnahmen der Jugendsozialarbeit

Schulabsentismus reduziert die Chancen auf ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben drastisch. Jugendsozialarbeit setzt sich für junge Menschen ein, die nicht regelmäßig zur Schule gehen und bietet in vielfältiger Form Unterstützung.

Inhalt:

Schulabsentismus ist ein zentraler Faktor für nachhaltige Brüche im Lebenslauf. Langzeitstudien zufolge erhöhen häufige Fehlzeiten in der Schule die Gefahr, dass der Übergang in Ausbildung und Arbeit nicht gelingt. Dabei erscheint es vordergründig nicht von Belang zu sein, welches die Ursachen für das Fernbleiben vom Unterricht sind.
Zur Prävention oder Intervention bei gehäuftem Fehlen im Unterricht haben Schule und Jugendhilfe eine Vielzahl von Konzepten, Strategien und Projekten entwickelt. Jungen Menschen soll so die (Re-) Integration in die Schule gelingen oder es werden alternative Wegen zu einem Schulabschluss eingeschlagen. In vielfältigen Initiativen, Programmen und Maßnahmen soll zur Reduktion und Verhinderung von Fehlzeiten und manifestem Schulabsentismus beigetragen werden.

Als relevante Konstante für die wirksame Reduzierung von Schulabsentismus hat sich eine „Kultur des Hinsehens“ herausgestellt. Unerheblich ist dabei, wie die Zuständigkeiten geregelt sind und ob die Ursachen multifaktoriell oder eindimensional sind. Je früher Anzeichen für ein drohendes Abwenden von der Schule erkannt werden und die Schüler*innen Unterstützung erfahren, desto besser und eher gelingt es Schulabsentismus abzuwenden.
Denn andererseits gilt auch: „Einen Schulabschluss erreichen und eine Ausbildung machen!“ ist das Ziel der meisten jungen Menschen, wenn man sie nach ihren Lebenswünschen fragt. Selbstverständlicher Wunsch ist das auch für diejenigen, die gar nicht (mehr) zur Schule gehen. Das ist so paradox, wie nachvollziehbar. Und doch erscheint der – auf den ersten Blick einfachste – Weg über einen regelmäßigen Schulbesuch im Klassenverband mit allem was dazu gehört, für einige jungen Menschen nicht gangbar.
Jugendsozialarbeit hat sich auf den Weg gemacht, wie sie schulabsente junge Menschen, auch abseits des „regulären“ Wegs, einen Schulabschluss ermöglichen kann.

Im Workshop werden verschiedene Konzepte der Begleitung junger Menschen vorgestellt:
• Interventionsstrategien der Schulsozialarbeit (Sekundärprävention)
• alternative Wege zum Schulabschluss in Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe / Jugendsozialarbeit
• Möglichkeiten des produktionsorientierten Lernens

Im Rahmen des Workshops werden u.a. die folgenden Thesen zur Diskussion gestellt:

These 1 Frühzeitige Maßnahmen
Kinder kommen nicht als Schulverweigerer in die Schule. Aber die Abwärtsspirale beginnt meist schon in der Primarstufe. Nur frühzeitige Interventionen führen zu langfristigen Erfolgen.

These 2 Multiprofession und Beteiligte
Die bloße Anwesenheit vieler Professionen an der Schule verhindert Schulabsentismus nicht. Ohne funktionierende Kooperationen, auch mit Eltern, geht nichts.

These 3 Bedürfnisorientierung vs. Passgenauigkeit
Angebote zur Vermeidung von Schulabsentismus setzen oft nicht an der Ursache an sondern versuchen Kinder und Jugendliche „passfähig“ zu machen.

These 4 Multifaktoriell
Es gibt im professionellen Kontext zu wenig Wahrnehmung der vielen unterschiedlichen Faktoren, die zu Schulverweigerung führen können. Teils stoßen Fachkräfte auch an die Grenzen ihrer Interventionsmöglichkeit.

Zeitlicher Ablauf und Methoden des Workshops:

Möglichkeit der digitalen Diskussion an einer elektronischen Pinnwand (Chat) im gesamten Verlauf der Veranstaltung

• Begrüßung und Einführung ins Thema
• Projektvorstellungen:
Schulsozialarbeit im ska, Darmstadt
Pfiffigunde, Handwerkerinnenhaus Köln
Werk-statt-Schule, BAJ, Bielefeld
• Rückfragen und Diskussion
• Zusammenfassung der Diskussion
• Verabschiedung

Referierende
Petra Strübel-Yilmaz, ska Darmstadt
Christine Meier, BAJ Bielefeld
Charlotte Senf, Handwerkerinnenhaus Köln
Moderation
Tim Rietzke, Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe – Diakonie RWL
Claudia Seibold, Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA)
Ausrichter*in
Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe – Diakonie RWL
Kooperationspartner
Diakonie Deutschland
Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit;
Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen
Handlungsfelder

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