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20. Mai 2021 · 10:45 - 12:15 Uhr
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Vertrauen schützen - Für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit / im Online-Archiv verfügbar

Das Fehlen eines Zeugnisverweigerungsrechts erweist sich für die Soziale Arbeit als zunehmend problematisch. Der dringende gesetzliche Reformbedarf wir erläutert und durch Praxisbezüge aus verschiedenen Arbeitsfeldern (z.B. Streetwork) verdeutlicht.

Seit den 1970er Jahren wird der Mehrzahl der in Deutschland arbeitenden Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen ein notwendiges Zeugnisverweigerungsrecht verwehrt.
Ein solches wurde lediglich den Mitarbeiter*innen der Suchthilfe sowie der Schwangerschafts- und Konfliktberatungsstellen sowie deren „Berufshelfern“ zugestanden.
Dieses führt gerade in der Arbeit mit schwieriger, z.T. sich kriminell verhaltender Klientel immer wieder zu belastenden Konflikten, die ein von Vertrauen geprägtes Arbeiten auf unzumutbare Weise erschweren.
Insbesondere in neueren Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit kommt es immer wieder zu Situationen, in denen Sozialarbeiter*innen Zeugenvorladungen erhalten. Oft handelt es sich dabei um Arbeitsfelder mit Zielgruppen mit einer elaborierten Klientel, die erst in jüngster Zeit vermehrt ins Blickfeld geraten sind. Dies geschieht auch deshalb, weil deren Verhalten und manchmal auch deren Lebensumstände Besonderheiten aufweisen, die gelegentlich unter dem Verdacht stehen, dass die Grenze zur Strafbarkeit von Handlungen erreicht oder gar überschritten wird. Wir nennen hier exemplarisch die Streetwork, die Arbeit in Fanprojekten oder die Arbeit im Feld männlicher und weiblicher Prostitution. Aber auch in anderen Arbeitsbereichen, in denen die Vertraulichkeit der Beziehung und der Gespräche unerlässlich für die Wirksamkeit ist, wie z.B. den professionellen Fachberatungsstellen, die insbesondere Opfer von Gewalt, z. B. aus dem Bereich Menschenhandel, Misshandlung, sexualisierter und häuslicher Gewalt sowie rechter, antisemitischer und rassistischer Gewalt beraten, erweist sich das Fehlen eines Zeugnisverweigerungsrechts zunehmend als problematisch.
Mit diesem Veranstaltungsformat möchten wir dazu beitragen, den notwendigen Diskurs in die fachpolitische Öffentlichkeit der Verbände und Institutionen der Sozialen Arbeit zu tragen und das Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht, welches sich 2019 konstituiert hat, in der Sozialen Arbeit vorstellen.
Im Mittelpunkt des Fachtages wird das Rechtsgutachten (2018) von Prof. Dr. Titus Simon und Prof. Dr. Peter Schruth stehen, welches den längst überfälligen strafprozessualen Reformbedarf des §53 StPO deutlich macht. Praxisbezüge aus verschiedenen Feldern der Sozialen Arbeit, die vertiefend die grundsätzliche Bedeutung des Vertrauensschutzes für die Wirksamkeit der Sozialen Arbeit herausstellen, runden die Veranstaltung ab. Zusammen mit Ihnen wollen wir die Kräfte im Netzwerk der Sozialen Arbeit weiter bündeln und für eine alte Angelegenheit der Sozialen Arbeit endlich eine zufriedenstellende gesetzgeberische Regelung fordern.

Referierende
Prof. Dr. Titus Simon, em. Hochschule Magdeburg-Stendal
Michael Leinenbach, Sprecher des Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit
Elvira Berndt, Landesjugendhilfeausschuss Berlin
Geaorg Grohmann, BAG Streetwork / Mobile Jugendarbeit
Ole Völkel, BAG Ausstieg zum Einstieg
Hannes Püschel , Opferperspektive e. V.
Moderation
Julia Zeyn, Koordinationsstelle Fanprojekte
Michael Gabriel, Koordinationsstelle Fanprojekte
Ausrichter*in
Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V.
Kooperationspartner
Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht (BfZ)
c/o Koordinationsstelle Fanprojekte
Deutsche Sportjugend
Otto-Fleck-Schneise 12
60528 Frankfurt / Main
Handlungsfelder

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