Fachprogramm
Zu meiner Merkliste Anzahl meiner Veranstaltungen auf dem Veranstaltungsplan:
19. Mai 2021 · 10:45 - 12:15 Uhr
Fachforum

Soziale Ungleichheit in Kindheit und Jugend – Folgen der Corona-Pandemie (im Online-Archiv nicht verfügbar)

Die Pandemie hat soziale Ungleichheiten verschärft und wird sie weiterhin zementieren. Es ist zu diskutieren, wie gewährleistet wird, dass die Belange von jungen Menschen in prekären Lebenslagen auch in den Krisenstäben vertreten sind.

Politische Entscheidungen konzentrierten sich zu Beginn der Corona-Krise zunächst auf die Eindämmung des Infektionsgeschehens und wichtige Gesundheitsvorkehrungen. Während der Schließung von Schulen und Kindertageseinrichtungen begann die Diskussion um die Ermöglichung formaler Bildung und qualifizierter Bildungsabschlüsse. Infrastrukturen der non-formalen und informellen Bildung wurden nicht in den Blick genommen, obwohl gerade diese aufgrund weggebrochener Infrastrukturen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Schulen zentral sind. Aktuelle Prognosen und die ersten Ergebnisse wissenschaftlicher Studien verweisen nun auch auf die jugend- und sozialpolitischen Folgen der Krise hin, die bislang unzureichend in der Öffentlichkeit diskutiert wurden.
Da soziale Ungleichheiten die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen prägen und zu ungleich verteilten Ressourcen führen, konnten nicht alle jungen Menschen gleichermaßen die Maßnahmen umsetzen (räumliche Arbeitsmöglichkeiten, technische Ausstattung, digitale Kompetenzen). Zudem beschäftigen viele junge Menschen gerade in Bildungsübergängen Zukunftsängste. So sind Jugendliche und junge Erwachsene aufgrund weniger geschützter Arbeits- und Ausbildungsplätze und nicht hinreichender sozialer Absicherung in besonderer Weise wirtschaftlich und sozial von den Auswirkungen der Krise betroffen. Durch die Absage von Berufsmessen und unzureichenden (digitalen) Beratungsangeboten kommt es zu Problemen bei der Vermittlung, was es jungen ausbildungssuchenden Menschen erschwert, einen Einstieg in die Berufswelt zu finden. All dies muss bei den politischen Entscheidungsfindungsprozessen im Rahmen der gegenwärtigen Ausnahmesituation bedacht werden. Zudem gilt es, ein besonderes Augenmerk auf Erfahrungen junger Menschen in prekären Lebenssituationen und außerhalb von Kleinfamilien wie junge Menschen in den Erziehungshilfen, mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Geflüchtete zu werfen. Darüber hinaus ist noch nicht abzusehen, welche Auswirkungen der politische Umgang der Pandemie auf das Demokratieverständnis von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit sich trägt.
Das Motto des DJHT 2021 macht es deutlich „Wir machen Zukunft – JETZT!“. Dementsprechend ist der Dialog zwischen den Generationen, über die in der Zukunft liegenden Folgen ausgesprochen wichtig. Die geplante Veranstaltung soll die prognostizierten Auswirkungen der Corona-Krise im Hinblick auf die Verschärfung von sozialen Ungleichheiten diskutieren. Es sollen nachhaltige Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche reflektiert und mögliche Programme, Formate und Maßnahmen erörtert werden, um negative Folgen der Corona-Krise für Kinder und Jugendliche auszugleichen und dabei beteiligungsorientierte Strukturen zu gestalten. Die zentralen Fragen lauten: Wie wird gewährleistet, dass in Krisenstäben die Belange der jungen Menschen – Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene – vertreten sind? Wie wird sichergestellt, dass junge Menschen in prekären Lebenslagen erreicht werden? Welche sozialpolitischen Herausforderungen ergeben sich, um die soziale Ungleichheit in Kindheit und Jugend grundlegend zu bearbeiten?
Die Veranstaltung ist als moderierte Podiumsdiskussion konzipiert. Nach der Begrüßung soll es eine Vorstellungrunde geben, bei der sich die Diskussionsteilnehmenden in Kürze vorstellen. Zum Einstieg in die Diskussion wird es einen kurzen Impuls der Moderation geben. Im Anschluss haben die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Sichtweise und Einschätzung darzulegen und mit den anderen Teilnehmenden in die Diskussion zu gehen. Gegen Ende können die Teilnehmenden ihre Sichtweisen, wie sie Folgen der Pandemie für junge Menschen nachhaltig ausgleichen bzw. Strukturen schaffen, um der durch die Corona-Krise verschärften soziale Ungleichheit entgegenzuwirken, erläutern. Im Anschluss kann das Publikum mit in die Diskussion einsteigen.

Referierende
Carolina Trautner, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales und Vorsitzende der JFMK
Katja Dörner, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik
Lilly Blaudszun, Nachwuchspolitikerin, ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Jusos Mecklenburg-Vorpommern
Nurseda Başkent, DITIB Jugend Bayern
Jonathan Filohn, KjG - Katholische junge Gemeinde
Marie Laser, careleaver e. V.
Moderation
Anna Schweda, Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik am Deutschen Jugendinstitut e. V.
Walburga Hirschbeck, Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik am Deutschen Jugendinstitut e. V.
Ausrichter*in
Bundesjugendkuratorium
Handlungsfelder

Kommentare 0

Keine Kommentare gefunden!