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19. Mai 2021 · 17:30 - 19:00 Uhr
Fachforum

Soziale Ausgrenzung im Kindes- und Jugendalter – Ansatzpunkte der Kinder- und Jugendhilfe

In Vorträgen, die auf aktuellen Forschungsprojekten basieren, werden Facetten sozialer Ausgrenzung entlang der Bildungskette (frühkindliche Bildung bis Übergang Schule-Beruf) betrachtet und Ansatzpunkte der Kinder- und Jugendhilfe diskutiert.

Armut ist in Deutschland ein immer größeres gesellschaftliches Problem. Räumlich ist Armut in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt. Dies gilt sowohl auf Bundesebene, wo ein deutliches West-Ost und Nord-Süd-Gefälle zu beobachten ist, als auch auf Ebene der Kommunen. Hier gibt es eine zunehmende Armutskonzentration in einigen wenigen Stadtteilen der großen Ballungsräume wie z.B. dem Ruhrgebiet. Armut bestimmt die gesellschaftlichen Teilhabechancen eines Menschen und hat viele Facetten. Bezogen auf Kinder und Jugendliche sind die Folgen von Armut besonders schwerwiegend. So lassen sich empirisch Auswirkungen auf die Bildungschancen, den Gesundheitszustand und die materielle und soziale Teilhabe nachweisen. Die Coronakrise verschärft die Lage von Familien, die an der Armutsgefährdungsgrenze oder in Risikolagen leben, noch zusätzlich. Im Fokus des Fachforums stehen unterschiedliche Dimensionen sozialer Ausgrenzung bei Kindern und Jugendlichen. Dabei wird der Fokus bewusst nicht nur auf Kinder gelegt, sondern auch Jugendliche, die in der Debatte oft vernachlässigt werden, werden in den Blick genommen. In den Vorträgen wird auch die Perspektive der Betroffenen, die zugleich Zielgruppe zahlreicher Interventionen und Programme sind, eingenommen.
Geplant sind zunächst drei Vorträge entlang der (bildungs-)biografischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, die auf laufenden Forschungsprojekten basieren.
1) Dimensionen sozialer Ausgrenzung im frühkindlichen Bildungssystem mit Fokus auf Segregation
Soziale Ausgrenzung zeigt sich nicht erst in der Schule, sondern bereits in den vorschulischen Einrichtungen. Dabei können verschiedene Dimensionen sozialer Ungleichheit genannt werden, wie z.B. die generelle Inanspruchnahme, die Dauer des Besuches und die Segregation zwischen den Einrichtungen. Letztere ist bislang in Deutschland nur unzureichend untersucht worden. Im Vortrag wird das Ausmaß der Segregation in Kitas in Deutschland und die Folgen für die kindliche Entwicklung dargestellt. Mögliche Ursachen sollen mit den Teilnehmenden diskutiert werden.
2) Aufwachsen in benachteiligenden Räumen
Soziale Ausgrenzung konzentriert sich in Form von residentieller Segregation in einigen Stadtteilen innerhalb von Kommunen. Neben der Schicht- und Milieuzugehörigkeit beeinflussen die sozialen Räume das Familienleben. Somit ist das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen gerahmt von lokalen kleinräumigen Besonderheiten, kommunalen Strukturen und Ressourcen im Stadtteil oder der Kommune. In dem Vortrag wird der Fokus auf die Perspektive der Kinder gelegt. Es stellt sich die Frage, welche Bedeutung die lokalen Kontexte für das Aufwachsen haben und wie Kinder und Jugendliche das Aufwachsen in sozial segregierten Wohnumgebungen und in segregierten Lernorten (Schulen) in einer Stadt erleben.
3) Soziale Ungleichheit am Übergang Schule-Beruf und die Unterstützung durch NRW-Talentscouts
Soziale Ausgrenzung bei Jugendlichen dokumentiert sich u.a. in Bildungsverläufen, prägnant zeigt sich der Einfluss sozialer Herkunft an den Bildungsübergängen. Auch wenn junge Heranwachsende aus Risikolagen gute Schulabschlüsse erwerben und z.B. ein Studium anstreben, begegnen sie weiterhin diversen Herausforderungen, an diesem Punkt setzt das Programm NRW-Talentscouting an. Im Fokus des Vortrags steht die Handlungspraxis von Bildungsaufsteiger*innen im Berufsorientierungsprozess und die Bedeutung von sozialer Unterstützung durch NRW-Talentscouts in diesem Zusammenhang.

Referierende
Magdalena Bienek, NRW-Zentrum für Talentförderung der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen
Nora Jehles, TH Köln
Johannes Schütte, TH Köln/ISA e.V.
Maren Hilke, TH Köln/ISA e.V.
Ausrichter*in
ISA — Institut für soziale Arbeit e. V.
Kooperationspartner
TH Köln
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen
Handlungsfelder

Kommentare 3

Eva-Maria Kramer am 19.05.2021

Ich bin eben beigetreten indem ich mich direkt über die Homepage eingeloggt habe und nicht über den zugesandten Link.

Lisa Oltersdorf am 19.05.2021

Guten Abend, das ist bei mir leider auch so. Gibt es vielleicht einen neuen Link?
Liebe Grüße

Janine Thon am 19.05.2021

Guten Abend. Die Veranstaltung wird nicht von Zoom geladen. Wenn ich den Link anlicke steht das der 18.5.2021 anstatt der 19.5.21. Das ist leider ärgerlich