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20. Mai 2021 · 09:00 - 10:30 Uhr
Fachforum

Rechtsanspruch auf ganztägige Erziehung, Bildung und Betreuung: ein Impuls für gerechtere Bildungschancen?

Kann ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter dazu beitragen, Teilhabe sicherzustellen, Bildungsbenachteiligungen auszugleichen und bundesweit gleichwertige Lebensverhältnisse von Kindern und ihren Familien befördern?

Das Vorhaben von Bund und Ländern, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter einzuführen bildet einen logischen Anschluss an den Rechtsanspruch auf ein öffentlich verantwortetes Angebot der Kindertagesbetreuung und kann dazu beitragen, soziale, kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern sicherzustellen und Bildungsbenachteiligungen auszugleichen.
Den Rechtsanspruch an der Schnittstelle zwischen dem SGB VIII und den Schulgesetzen der Länder verbindlich zu gestalten, ist eine Herausforderung, bietet aber die Chance, die Rahmenbedingungen für eine ganztägige Erziehung, Bildung und Betreuung weiterzuentwickeln und zu verbessern und bundesweit gleichwertige Lebensverhältnisse von Kindern und ihren Familien zu befördern.

Der Bildungsbericht 2020 macht nicht nur deutlich, dass der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor von der sozialen Herkunft abhängt, sondern zeigt auch, dass dieser Effekt durch die pandemiebedingten Schulschließungen verstärkt wird.
Die Bildungserfolge der Kinder stehen nach wie vor in unmittelbarem Zusammenhang mit der sozioökonomischen Situation der Familie. Auch der Zugang zu digitalen Medien hängt von der sozialen Herkunft und des Einkommens der jeweiligen Haushalte ab: Das wirkt sich gerade während der Pandemie besonders negativ auf die Bildungsteilhabe junger Menschen aus.

Im Fachforum sollen Erfordernisse für einen Ausgleich von Bildungsbenachteiligungen diskutiert werden, um die Abhängigkeit von Bildungserfolgen von der monetären Situation junger Menschen zu beenden, sicherzustellen, dass allen jungen Menschen ihr Recht auf Bildung gewährt wird und Schulstandorte bzw. sozialräumlichen Lernorte so ausgestattet werden, dass bundesweit vergleichbare Bildungs- und Teilhabechancen gewährt werden. Dabei sollen insbesondere die Chancen des Rechtsanspruches auf ganztägige Erziehung, Bildung und Betreuung für Kinder im Grundschulalter beleuchtet werden. Kann durch dieses Vorhaben der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft mit Blick auf schulisches Lernen von Beginn an verringert werden?

Ein Einführungsvortrag soll sich Fragen und Erkenntnissen zu Bildungschancen und Segregationsfördernissen im Hinblick auf die soziale und regionale Herkunft in Deutschland aus wissenschaftlicher Sicht widmen.
Die sich daran anschließende Diskussionsrunde ist heterogen besetzt. Notwendige monetäre Ausstattungen von Familien und den Betreuungsangeboten, Erfordernisse in Bezug auf Fachkräfte und Räumlichkeiten, Ziele und Hoffnungen, auch unter inklusiven Aspekten sollen dabei behandelt werden. Aber auch Auswirkungen einer frühen Bildungssegregation sowie Voraussetzungen einer gelingenden Bildungs- und sozialen Mobilität sollen mit den mit der Einführung des Rechtsanspruches verbundenen Chancen in Bezug gesetzt werden.

Moderation (Begrüßung / Vorstellung / Abschluss, 10 min):
Marion von zur Gathen, Paritätischer Gesamtverband

Einführungsvortrag (20 min):
Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Universität Osnabrück

Podiumsdiskussion (60 min, inkl. Publikumsbeteiligung):
Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Universität Osnabrück
Dr. Ulrich Schneider, Paritätischer Gesamtverband
Dr. Ilka Hoffmann, GEW-Hauptvorstand, Organisationsbereich Schule
Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes
Katja Urbatsch, Arbeiterkind.de

Aus Zeitgründen sollen die Diskussionsteilnehmer*innen mit präzisen Fragen der Moderatorin und über Beteiligungstools beim Publikum abgefragten Aussagen konfrontiert werden.

Referierende
Aladin El-Mafaalani, Universität Osnabrück
Ulrich Schneider, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e.V.
Ilka Hoffmann, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hauptvorstand
Heinz Hilgers, Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Katja Urbatsch, ArbeiterKind.de gemeinnützige GmbH
Moderation
Marion von zur Gathen, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e.V.
Claudia Linsel, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e.V.
Ausrichter*in
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e.V.
Kooperationspartner
Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Schöneberger Str. 15
10963 Berlin

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