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18. Mai 2021 · 14:00 - 15:30 Uhr
Vortrag inkl. Moderation

MUT-Interventionen. Was lebensweltorientierte Demokratiebildung im Umgang mit Ablehnungshaltungen in der Jugendarbeit se

Die Arbeit an Ablehnungshaltungen in der Jugendarbeit, muss in die Lebenswelt junger Menschen Einblick nehmen. Der Vortrag präsentiert zentrale Befunde einer Praxis-Wissenschaft-Kooperation am Beispiel des ländlich geprägten Raum Sachsens.

Demokratiebildung, welche auf den Umgang mit Ablehnungshaltungen in der Jugendarbeit fokussiert, benötigt eine lebensweltorientierte Perspektive. Der Vortrag präsentiert zentrale Befunde eines im Rahmen einer Praxis-Wissenschaft-Kooperation umgesetzten Modellprojektes zur „geschlechterreflektierenden Prävention gegen Rassismus im Gemeinwesen“ im ländlich geprägten Raum Sachsens. An drei Modellstandorten wurden Fachkräfte der Jugendarbeit und angrenzender Arbeitsfelder im Rahmen einer längerfristigen Prozessbegleitung unterstützt, ihre sozialpädagogische Praxis neu in den Blick zu nehmen und hieraus Optionen für strategisch angelegte Prozesse der Demokratiebildung abzuleiten.
Das von 2017-2019 durchgeführte Projekt zielte auf Strategien der Demokratiebildung in non-formalen und damit höchst flexiblen Kontexten, wobei diese als demokratische Erlebnis- und Entdeckungsraum verstanden werden. Der Vortrag fast die zentralen Ergebnisse der Projektes zusammen und stellt mögliche Ableitungen für die Praxis zur Diskussion.
Thesen für das Handlungsfeld sind u.a.:
- Der professionelle Blick nimmt die Adressat*innen als Subjekte ernst
- Ablehnungshaltungen von Jugendlichen sind kein Irrtum, sondern funktional
- Demokratie wird im lokalen Raum erlebt, gestaltet (und verteidigt)
Im Projekt wurden Fachkräfte und junge Menschen in den Einrichtungen bzw. Projekten befragt. Die Interviews geben Einblicke in Alltagsdynamiken von jungen Menschen wie auch von Professionellen vor Ort. Sie lassen Schlüsse zu, an welchen Themen der Adressat*innen demokratiebildende Prozesse in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und angrenzenden Arbeitsfelder ansetzen könnten und wie als möglich ist, entsprechende Interessen und Motive junger Menschen zu heben. Wichtiger Aspekt dabei waren auch unterschiedliche Bezugnahmen darauf, was professionelles Handeln im Arbeitsfeld ausmacht und wie eine demokratische Haltung als Teil von Professionalität zu verstehen ist und zur Geltung gebracht werden kann. Als ein zentraler Faktor wird dabei auch der spezifische, lokale (strukturelle und politische) Kontext aufgegriffen.
Ziel der Veranstaltung ist es, die Ergebnisse des Projektes einer kritischen Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und Ableitungen für die Arbeit an Ablehnungshaltungen in Prozessen der demokratischen Bildung zu diskutieren. Dabei geht es auch darum, spezifische Aspekte sozialpädagogischer Professionalität heraus zu arbeiten und diese unter lokalen Umfeldbedingungen zu schützen. Hier entwickelt sich im Kern eine lebensweltorientierte Perspektive für demokratische Bildung im Alltag und an den Alltagserfahrungen junger Menschen.
Ablauf:
Impuls – 60 min
Diskussion – 30 min

Referierende
Romy Nowak, AGJF Sachsen e.V.
Kai Dietrich, AGJF Sachsen e.V.
Markus Weidmüller, AGJF Sachsen e.V.
Moderation
Anke Miebach-Stiens, BAG OKJE/AGJF Sachsen e.V.
Ausrichter*in
BAG Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen e. V. (BAG OKJE)
Kooperationspartner
- AGJF Sachsen e. V.

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