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19. Mai 2021 · 09:00 - 10:30 Uhr Ausgebucht
Projektpräsentation

Junge LSBTIQ*-Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe - zwei Projekte aus Berlin und Bochum berichten und hören zu.

Der Diakonieverbund Schweicheln e.V. betreibt in Berlin und Bochum unterschiedliche Angebote für LSBTIQ* junge Menschen. Beide Projekte berichten über Erfahrungen und laden zum Dialog über Settings, respektvolle Sprache und benötigte Ressourcen ein.

Lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle/transgender, intersexuelle und queere* (LSBTIQ*) Jugendliche/junge Erwachsene werden immer sichtbarer in jugendrelevanten gesellschaftlichen Institutionen wie Schule, Jugendeinrichtungen und der Kinder- und Jugendhilfe. Die Dynamik der politischen Bewegungen rund um „Gender“ -Themen bestärkt die Jugendlichen/jungen Erwachsenen, offener und fordernder mit ihrer sexuellen Identität(sfindung), ihren Entwicklungsthemen, ihren Ressourcen, aber auch ihren Hilfe- und Schutzbedarfen umzugehen. Die Kinder- und Jugendhilfe befindet sich in der Situation, Lösungen und passende Hilfen entwickeln und anzubieten zu müssen.

In zwei Einrichtungen des Diakonieverbund Schweicheln e.V. wurden in Berlin und Bochum unterschiedliche Konzepte für den Personenkreis entwickelt. In den Jahren 2019 und 2020 wurde mit der Arbeit begonnen.

Die stationären Angebote „Anton*ia“ der abw gGmbH Berlin und „mosaiQ*“ der Ev. Jugendhilfe Bochum stellen sich im Verlauf des Online Meeting über verschiedene Methoden vor. Zur Unterstützung werden verschiedene Medien genutzt.

„Anton*ia“ lautet der Name für das Betreute Jugendwohnen der abw gGmbH Berlin. Hier leben junge Menschen, welche sich als LGBTIQ* identifizieren oder bezüglich ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität in einem ergebnisoffenen Findungsprozess sind. Das Angebot bietet jungen Menschen einen besonderen Schutzraum und ist vornehmlich, aber nicht ausschließlich, für junge Menschen des vorbenannten Personenkreises konzipiert.
Mit der Öffnung des Schutzraums für alle jungen Menschen wird ein inklusiveres Konzept umgesetzt, welches einem „Othering“ von queeren Menschen entgegenwirkt und gleichzeitig einer sichtbar wachsenden Diversität in diesem Bereich gerecht wird.

Das Projekt „mosaiQ*“ ist ein stationäres Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene von 16-21 Jahren, die sich als LSBTIQ* verstehen oder im Findungsprozess ihrer sexuellen Identität/Orientierung sind. Lebensmittelpunkt ist ein Mehrfamilienhaus mit Einzelwohnungen und 2er-WGs in Bochum. In einer Etage des Hauses befinden sich Gemeinschafts- und Büroräume der Fachkräfte.
Basierend auf den Hilfen zur Erziehung liegt der Schwerpunkt der Unterstützung auf der Begleitung der Adressat*innen in ihrer Lebenssituation. Die Unterbringung bietet einen Schutzraum und dient in seiner Zielsetzung der Persönlichkeitsstabilisierung- und Stärkung sowie der Verselbstständigung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung werden die besonderen Herausforderungen dieser Arbeit in den Mittelpunkt gestellt. Die digitale Gruppe teilt sich in vier Breaking-Out Gruppen auf, die zu folgenden Themen und Fragen arbeiten werden:

Breaking Out Gruppe 1 - Setting (Moderation N.N.; N.N)
Leben LSBTIQ*-Jugendliche mit binären Jugendlichen in der Gruppe oder unter sich in einem Schutzraum? Die beiden vorgestellten Angebote haben vieles gemeinsam, unterscheiden sich aber in einer zentralen konzeptionellen Frage: Bei Anton*ia leben LSBTIQ* Jugendliche mit binären Jugendlichen unter einem Dach, zumindest ist das die Konzeptionelle Idee - die in der Praxis allerdings nicht funktioniert. Das Angebot mosaiQ* ist ein Schutzraum, in dem ausschließlich Jugendliche leben, die sich als Teil dieser Community verstehen.

Breaking Out Gruppe 2 - Personal (Moderation Annabel Nöst, Teamleitung mosaiQ*; Eva Weiss, Abteilungsleiterin Anton*ia)
Brauchen diese Angebote eine besondere Fachlichkeit des Personals und welche Fachlichkeit könnte das sein? Welche Bedeutung hat die persönliche Nähe von Fachkräften zum Thema für die Arbeit mit dem Personenkreis.

Breaking Out Gruppe 3 - Sprache (Moderation Romina Gravina, Abteilungsleiterin Anton*ia; Dr. Christian D. Magnus; Queer Coach)
Wie muss sich unsere Sprache verändern, um gemeinsam an einer gegenseitigen Sprache des Respekts gearbeitet werden kann. Unter anderem zeigt sich in der alltäglichen Sprache die Normierung auf binäre Verhältnisse. Wie geht das mit der Sprache in dieser Arbeit?

Breaking Out Gruppe 4 - Organisationsentwicklung (Moderation Norman Scheidt, Geschäftsführer abw; Michael Erz, Einrichtungsleiter EJH Bochum)
Verändert das Angebot die Organisation? Muss sich die Organisation für dieses Angebot verändern? Müssen sich die Akteur*innen verändern?

Für die Breaking-Out Gruppen stehen jeweils 25 Minuten zur Verfügung. Nach einer kurzen Einführung (mit verschiedenen Medien) in das jeweilige Thema durch Mitarbeiter*innen der beiden Einrichtungen wird das Publikum durch die Moderatoren in die Diskussion einbezogen.

Die Teilnehmer*innen der Breaking-Out Gruppen werden gebeten, ihre Ergebnisse auf einem padlet (https://padlet.com/vdmq27wxpr/zmwsa4g34ktmriyi) festzuhalten. Zurück im Plenum werden die Moderator*innen ein 5-minütiges Resümee der Veranstaltung ziehen. Die Veranstaltung endet mit einem digitalen Epilog.
Wir freuen uns über Fragen auch schon im Vorfeld der Veranstaltung, diese können gestellt werden auf dem Info-padlet (https://padlet.com/vdmq27wxpr/Bookmarks). Hier finden Sie auch weitere Informationen zur Einrichtung und zur Veranstaltung.

Referierende
Dr. Christian D. Magnus, Queer Coach, Berlin/Dublin
Moderation
Prof. Dr. Frank Dieckbreder, Diakonieverbund Schweicheln e.V.
Ausrichter*in
Evangelischer Erziehungsverband e. V. (EREV)
Kooperationspartner
Diakonieverbund Schweicheln e.V.
Verbundstrasse 1
32120 Hiddenhausen

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