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19. Mai 2021 · 09:00 - 10:30 Uhr
Fachforum

Jugendhilfe und Justiz – Neues im Jugendgerichtsgesetz

Die Umsetzung der JGG-Reform in die Praxis ist für die Jugendhilfe im Strafverfahren, für ihre justiziellen Kooperationspartner und auch für die betroffenen Jugendlichen mit großen Herausforderungen verbunden, die in Fachforum thematisiert werden.

Die Umsetzung der EU-Richtlinien 2016/800 und 2016/1919 ins nationale Recht hat mit der Zielsetzung der Stärkung der Verfahrensrechte von Jugendlichen zu umfangreichen Veränderungen – vor allem im Jugendgerichtsgesetz (JGG) und der Strafprozessordnung (StPO) – geführt. Die neuen gesetzlichen Regelungen verändern an verschiedenen Stellen das Jugendstrafverfahren und sind auch für die Jugendhilfe im Strafverfahren und die beschuldigten jungen Menschen folgenreich. Wesentliche Neuerungen ergeben sich u. a. im Bereich der Aufgaben der Jugendhilfe im Strafverfahren, der Information der Jugendlichen über ihre Rechte, der Mitwirkung der Verteidigung, der Beteiligung der Eltern und der Bild-Ton-Aufzeichnung von Beschuldigtenvernehmungen. (Eine vollständige Übersicht über die gesetzlichen Änderungen findet sich unter https://www.dvjj.de/wp-content/uploads/2020/01/%C3%9Cbersicht-JGG-neu-Stand-08.-Januar.pdf )
Wie sieht die Umsetzung der neuen Regelungen in der Praxis aus? Welche Erfahrungen wurden gemacht, welche Probleme treten auf, welche intendierten und auch nicht intendierten Folgen haben die Veränderungen? Kann die Intention der Stärkung der Verfahrensrechte der jungen Menschen eingelöst werden? Wie ist die Wahrnehmung der Jugendlichen, die im Jugendstrafverfahren adressiert werden? Wie wirken sich die Veränderungen auf die Kooperation der Jugendhilfe im Strafverfahren mit der Polizei, der Staatsanwaltschaft, den Jugendrichter*innen, den Rechtsanwält*innen aus? Besteht weiterer Reformbedarf im Jugendstrafrecht? Diese Fragen sollen im Mittelpunkt des geplanten Fachforums stehen.
Im Rahmen des Fachforums werden in drei kurzen Inputs zunächst die ersten Erfahrungen mit der JGG-Reform – aus der Perspektive der Jugendhilfe im Strafverfahren und aus der Perspektive der Justiz – berichtet. Die häufig zu wenig reflektierte Perspektive der im Jugendstrafverfahren adressierten Jugendlichen soll im dritten Input thematisiert werden. Im folgenden Roundtable-Gespräch werden unter Beteiligung von Fachpraxis, Wissenschaft und des Publikums die sich ergebenen Herausforderungen für die fachliche Weiterentwicklung der Jugendhilfe im Strafverfahren diskutiert.

Referierende
Michael Reckfort, BAG Jugendhilfe im Strafverfahren
Pamela Busse, BAG Jugendhilfe im Strafverfahren
Maria Kleimann, Jugendrichterin Amtsgericht Hannover
Prof. Dr. Theresia Höynck, Universität Kassel
Bernd Holthusen, DJI, Abteilung Jugend und Jugendhilfe
Moderation
Dr. Stephanie Ernst, DVJJ
Bernd Holthusen, DJI
Ausrichter*in
Deutsches Jugendinstitut
Kooperationspartner
Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ)
Handlungsfelder

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