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19. Mai 2021 · 09:00 - 10:30 Uhr 210 Plätze verfügbar
Vortrag inkl. Moderation

Heilpädagogische Arbeit mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen

Der Vortrag stellt die heilpädagogische Arbeit in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung vor, die in den Betrieb einer Kinder-Rehaklinik eingebunden ist. Es werden Chancen und Herausforderungen dieser Eingebundenheit diskutiert.

Das Jugendhaus am Nicolausholz in Bad Kösen gehört zur Mediangruppe, einem Unternehmen, das auf den Betrieb von Kliniken spezialisiert ist. Angegliedert an eine Kinder-Rehabilitationsklinik besteht das Jugendhaus seit 2006 am Standort in Bad Kösen. Aktuell hält das Jugendhaus insgesamt 30 Plätze in der Kerneinrichtung sowie weitere 3 Plätze im Bereich des Betreuten Wohnens vor. Die Kinder und Jugendlichen, die in der stationären Einrichtung des Jugendhauses am Nicolausholz leben, haben eine oder mehrere medizinische Diagnosen im somatischen und/oder psychischen Bereich. Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus 1 erfordern vom erkrankten Kind/Jugendlichen und seiner Familie viel Disziplin und Ausdauer im Krankheitsmanagement und in der gesamten Alltagsstruktur. Die medizinischen Anforderungen und Erwartungen an den jungen Menschen sind oft sehr hoch und (über-)fordern das gesamte Familiensystem und erhöhen signifikant das innerfamiliäre Konfliktpotenzial.
Das oberste Ziel bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus ist die Befähigung zu einer eigenverantwortlichen erfolgreichen Lebensführung mit der größtmöglichen Teilhabe in sämtlichen Lebensbereichen. Die Spezialisierung eines Jugendhilfeangebotes auf die fachlich kompetente Betreuung von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen unter heilpädagogischen Gesichtspunkten bedient eine bisher immer noch unerschlossene Nische im medizinischen als auch pädagogischen Bereich und bildet hier eine wichtige Schnittstelle. Dabei liegt die Innovation vor allem in der Möglichkeit, durch die oben beschriebenen umfassenden Kompetenzen der Fachkräfte, die Kinder und Jugendlichen umfassend in der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben zu stabilisieren, in dem man das Angebot der stationären Jugendhilfe mit dieser Spezialisierung auch auf Angebote der teilstationären und ambulanten Hilfen ausdehnt. Hiermit könnte es künftig möglich werden, auch chronisch erkrankten und zusätzlich belasteten Kindern und Jugendlichen eine umfassende Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, präventiv anstehende Fremdunterbringungen zu vermeiden, bzw. eine gelingende Reintegration in das familiäre System durch vorgeschaltete (heilpädagogische) Familienhilfe und aufsuchende Familientherapie wahrscheinlicher werden zu lassen. In etwa 35 bis 40 Min. soll die konkrete Arbeit des Jugendhauses an der Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und medizinischer Rehabilitation dargestellt werden. Die letzten 20 bis 25 Minuten sollen genutzt werden, um gemeinsam zu diskutieren, welche Chancen und Herausforderungen mit einer solchen Verzahnung verbunden sind hinsichtlich der Fachlichkeit der Mitarbeitenden aber auch hinsichtlich der Perspektiven auf die Kinder und Jugendlichen selber.

Referierende
Susanne Schill, Kinder-Reha-Klinik Bad Kösen
Moderation
Kai-Raphael Timpe, Berufs- und Fachverband Heilpädagogik (BHP) e.V.
Ausrichter*in
Berufs- und Fachverband Heilpädagogik (BHP) e.V.
Handlungsfelder

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