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19. Mai 2021 · 17:30 - 19:00 Uhr 56 Plätze verfügbar
Workshop

Gerade in der Jugendberufshilfe ist Digitalisierung gefordert – wie kann das gelingen?

Corona hat dem Digitalisierungsprozess einen enormen Schwung gegeben. Aber wie kann Digitalisierung in der Jugendberufshilfe gelingen? Nach der Vorstellung und Diskussion allgemeiner Thesen hierzu sollen konkrete Ideen und Anregungen gesammelt werden

Corona hat dem Prozess der Digitalisierung in mehrfacher Hinsicht enormen Schwung gegeben. Aber wie kann Digitalisierung in der Jugendberufshilfe gelingen? Nach der Vorstellung und Diskussion von drei Arbeitsthesen sollen konkrete Ideen und Anregungen gesammelt werden.

Zunächst werden folgende Arbeitsthesen erläutert:
1) Corona hat dem Digitalisierungsprozess in der Arbeits- und Lebenswelt einen enormen Schwung gegeben. Wir in der Jugendberufshilfe können das in einem besonderen Maß beobachten. Den aktuellen Stand, in denen zum Beispiel Videokonferenzen ein alltägliches Mittel geworden sind, hätten wir unter „normalen“ Umständen erst in etwa fünf Jahren erreicht.
• Wir haben aber nicht alle Beteiligten ausreichend in diesem Veränderungsprozess mitnehmen können. Welche Auswirkungen hat das auf unsere Zielgruppen?
• Digitalisierung sollte als ein partizipativer Prozess angelegt sein. Durch die Corona bedingte Krisenbewältigung haben wir die Idee der Partizipation aus den Augen verloren.
• Besonders in Maßnahmen und Projekten, die soziale Nachteile für Menschen ausgleichen sollen, muss das Thema Digitalisierung einen höheren Stellenwert bekommen. Das ist aktuell aber nicht der Fall.

2) Die Generation der „digital natives“ gibt es nicht. Es gibt eine Gruppe von gut gebildeten und gut ausgestatteten „digital natives“ und es gibt die Gruppe der „Anderen“. In der allgemeinen Wahrnehmung läuft die Gruppe der „Anderen“ aber auch unter dem Label der Generation „digital natives“. Diese „Anderen“ haben aber einen sehr begrenzten Zugang, wenig Wissen und Sicherheit sowie Erfahrungen mit der Digitalisierung. Zudem fehlt es oft an Dingen wie häuslichem Lern- und Resonanzraum.
• Corona und die damit einhergehende Beschleunigung der Digitalisierung vergrößert soziale Unterschiede und verringert weiter die Chancengleichheit.
• Laptops und Flatrates für alle reichen als Lösung nicht aus, das reale Klassenzimmer hat als Lern- und Entwicklungsraum eine wichtige Funktion.

3) Die Digitalisierung der gesamten Lebens- und Arbeitswelt als nächste Entwicklungsstufe ist im vollen Gange.
• Wenn wir die Digitalisierung konsequent weiterdenken, sollten wir die Herausforderungen und sozialen Probleme der Industrialisierung berücksichtigen und daraus lernen. Das geht über die gerechte Verteilung von Arbeit und Ressourcen bis dahin, dass der Hand-Arbeiter/Werker als Fachmann wieder einen besonderen Stellenwert haben könnte. Eine „(Hand)Arbeiterklasse“ im positiven Sinne.
• Eine „Gemeinwohlökonomie“ könnte möglicherweise eine digitale soziale Marktwirtschaft stützen.
• Es macht sicher auch Sinn sich näher mit den Auswirkungen der sogenannten industriellen Revolution im 19. Jahrhundert zu beschäftigen.

Dem folgt im zweiten Teil eine moderierte Diskussion und Sammlung von Ideen der Fragestellung: Wie kann in der Jugendberufshilfe die Begleitung der Zielgruppen in einen digitalisierten Lebens- und Berufsalltag gelingen?

Die gesammelten Ideen und Anregungen werden dokumentiert und im Nachgang der Veranstaltung auf der Homepage der Ev. Jugendhilfe Schweicheln allen zur Verfügung gestellt. Sie können so für die Entwicklung konkreter Projekte genutzt werden.

Referierende
Christian Klöpper , Ev. Jugendhilfe Schweicheln / Berufliche Integration
Jan-Michael Gruhn , Ev. Jugendhilfe Schweicheln / Stabsstelle Kommunikation und Fundraising
Moderation
Chris Dimitrakopoulos, Ev. Jugendhilfe Schweicheln / Berufliche Integration
Ausrichter*in
Evangelischer Erziehungsverband e. V. (EREV)
Kooperationspartner
Evangelische Jugendhilfe Schweicheln
Matthias-Siebold-Weg 4
32120 Hiddenhausen

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