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19. Mai 2021 · 17:30 - 19:00 Uhr
Projektpräsentation

Gemeinsam erinnern für eine gemeinsame Zukunft - Methoden zu Erinnerungsorten aus dem deutsch-tschechischen Austausch / im Online-Archiv verfügbar

Seit über 13 Jahren befasst sich Tandem mit historisch-politischer Bildung im deutsch-tschechischen Austausch. In Zusammenarbeit mit Gedenkstätten in beiden Ländern entstanden Methoden für den Jugendaustausch, neue Partnerschaften und Begegnungen.

Seit über 13 Jahren befasst sich Tandem mit historisch-politischer Bildung im grenzübergreifenden deutsch-tschechischen Jugend- und Schüler:innenaustausch. Das Besondere daran: obwohl von zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven aus auf die Geschichte geblickt wird, gelang eine gemeinsame Schwerpunktsetzung und zahlreiche Begegnungen entstanden.

Zu Beginn stand das Ziel, Informationen und Materialien für die deutsch-tschechische Erinnerungsarbeit zu erstellen. Seit 2012 haben sich dann Mitarbeiter:innen der KZ-Gedenkstätten Ravensbrück, Sachsenhausen und Flossenbürg, des Max-Mannheimer-Studienzentrums Dachau und von DoKuPäd Nürnberg gemeinsam mit Kolleg:innen aus Theresienstadt und Lidice der Aufgabe gewidmet, für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit im außerschulischen Jugendaustausch und im Schüler:innenaustausch Materialien und Methodenbausteine zu entwickeln, die sowohl bei bilateralen Austauschmaßnahmen im Rahmen von historisch-politischen Programmteilen als auch zur Unterstützung von Gruppen im jeweils anderen Land beim Besuch einer Gedenkstätte oder eines anderen historischen Ortes eingesetzt werden können. Eingegangen wurde dabei sowohl auf die Frage, welche besonderen Anknüpfungspunkte sich in deutschen Gedenkorten für junge tschechische Besucher:innen anbieten, wie auch auf das Problem der Zugänglichkeit der Ausstellungen in Terezín und Lidice für deutschsprachige Gruppen. Dabei gelang es auch, bisher isoliert nebeneinander stehende Traditionen der Erinnerungsarbeit im grenzübergreifenden Dialog zu erörtern. Ergebnis ist der Methodenband „Gemeinsam auf dem Weg zur Erinnerung. Materialien und Methodenbausteine für deutsch-tschechische Erinnerungsarbeit“. Weitere Erinnerungsorte in beiden Ländern sollten folgend für den bilateralen deutsch-tschechischen Austausch erschlossen werden. So können beim DJHT erstmals die Methoden aus dem zweiten Band zu weiteren Erinnerungsorten unter anderem zur Gedenkstätte der Stille Bahnhof Prag-Bubny und zur Gedenkstätte für den Holocaust an den Roma und Sinti in Mähren in Hodonín u Kunstátu oder auch zur KZ-Gedenkstätte Buchenwald oder zum NS-Dokumentationszentrum München einem breiteren Fachpublikum zugänglich gemacht werden.

Vieles ist seit dem Auftakt entstanden. Einen Eindruck geben die vielen Jugendbegegnungen, die Tandem aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans fördern konnte. Innovative Ausdrucksformen fanden Eingang in die Befassung mit historisch-politischer Bildung im Austausch: Über Tanz, Kunst, Sport oder z.B. eine Spurensuche wurden Jugendliche und Vertreter:innen von Jugendorganisationen angesprochen.
Wenn Tandem in seiner koordinierenden Funktion auch weiterhin dazu beitragen kann, dass sich Jugendliche aus den Nachbarländern kennenlernen, sich gemeinsam mit der Geschichte auseinandersetzen und über Lösungen aktueller europäischer Fragestellungen nachdenken und an der Umsetzung mitarbeiten, dann ist dieser Weg im Sinne einer gemeinsamen Gestaltung Europas und guter nachbarschaftlicher Beziehungen nur weiterzugehen.

Zeitlicher Ablauf:
1. Begrüßung und Impulsreferat durch den/die Leiter:in der Koordinierungszentren zur Wirkung der Befassung mit historisch-politischer Bildung auf den deutsch-tschechischen Jugendaustausch, Thomas Rudner
2. Vorstellung des Methodenbandes „Gemeinsam auf dem Weg zur Erinnerung II“, Input zur Methodik, wie im deutsch-tschechischen Jugendaustausch an Erinnerungsorten gearbeitet werden kann – Dr. Bernhard Schoßig und Dr. Václava Kutter Bubnová (Herausgeber und Herausgeberin)
3. Impression aus dem Tanzworkshop an der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
4. Good-practice - Erfahrungen aus Trägersicht
5. O-Ton aus Sicht von teilnehmenden Jugendlichen an den Austauschmaßnahmen – Adéla Horákova
6. Perspektiven – wie kann man sich beteiligen? Möglichkeit für die TN Fragen zu stellen

Referierende
Lisa Herbst, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Adéla Horáková, Cojc - grenzübergreifendes Theaternetzwerk Böhmen Bayern
Dr. Bernhard Schoßig, Freiberufliche Tätigkeit mit dem Themenschwerpunkt Geschichtsvermittlung
Dr. Václava Kutter Bubnová, Max Mannheimer Studienzentrum Dachau, freie Mitarbeiterin
Moderation
Thomas Rudner, Tandem - Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch
Kathrin Freier-Maldoner, Tandem - Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch
Ausrichter*in
Tandem - Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch
Kooperationspartner
Koordinační centrum česko-německých výměn mládeže - Tandem
Riegrova 17
306 14 Plzeň
Tschechische Republik
Tel.: +420 377 634 755
Fax: +420 377 634 752
E-Mail: tandem@tandem-org.cz
www.tandem-org.cz
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