Fachprogramm
Zu meiner Merkliste Anzahl meiner Veranstaltungen auf dem Veranstaltungsplan:
20. Mai 2021 · 09:00 - 10:30 Uhr
Fachforum

Die Jugend endet nicht mit 18 Jahren! Junge Menschen verlässlich am Übergang in das Erwachsenenleben begleiten / im Online-Archiv verfügbar

Oftmals endet die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe mit dem 18. Geburtstag. Wir brauchen eine neue Jugendhilfepraxis und -politik für junge Erwachsene, um sie verlässlich am Übergang in das Erwachsenenleben zu begleiten.

Ziel der Veranstaltung: Alle jungen Menschen haben auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben große Herausforderungen zu meistern. Im Rahmen der Reform des SGB VIII besteht die Möglichkeit, die öffentliche Verantwortung für alle jungen Menschen angemessener als bisher wahrzunehmen und deren Teilhabe zu verbessern. Diese Chance muss genutzt werden.

Unser Anliegen: In der Jugendsozialarbeit und in den Erziehungshilfen unterstützen, stärken und begleiten sozialpädagogische Fachkräfte junge Menschen auf dem Weg in das Erwachsenenleben. Als eine kooperative Verantwortungsgemeinschaft treten beide Verbände dafür ein, dass im Rahmen der Reform des SGB VIII die Rechte von jungen Volljährigen gestärkt werden und ihre gesellschaftliche Teilhabe gesichert wird. Ihnen sollen die Übergänge in ein selbständiges Leben gut gelingen, unabhängig davon, ob sie schwierige Startbedingungen, eine Behinderung oder einen besonderen Unterstützungsbedarf haben. Die Erfahrungen in Zeiten der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass die Interessen und Beteiligungsrechte junger Menschen häufig nicht berücksichtigt werden. In dieser Veranstaltung sollen daher junge Menschen auch selbst zu Wort kommen.

Verortung in der Jugendpolitik: Zuletzt hat der 15. Kinder- und Jugendbericht verdeutlicht, dass die zentralen Herausforderungen der Jugendphase – Qualifizierung, Verselbständigung und Selbstpositionierung – bis weit in das 3. Lebensjahrzent von jungen Menschen hinein andauern. Im Durchschnitt sind junge Menschen bereits 20 Jahre alt, bis sie eine Berufsausbildung beginnen. Viele junge Menschen benötigen in dieser Übergangsphase, die häufig durch prekäre Lebenslagen und Risiken geprägt ist, Unterstützung, die ihnen ihre Ursprungsfamilien nicht gewährleisten können. Keine Altersgruppe ist stärker von Armut bedroht und betroffen als die 18- bis 24-Jährigen. Aus diesen Gründen richtet sich die Kinder- und Jugendhilfe grundsätzlich an junge Menschen bis zum 27. Lebensjahr. Faktisch aber werden jungen Volljährigen deutlich weniger Unterstützungsleistungen der Kinder- und Jugendhilfe gewährt als Jugendlichen, obwohl ihr Anspruch auf erzieherische Hilfen nicht mit der Volljährigkeit endet.

Unser Vorgehen: Gemeinsam wollen beide Verbände mit dieser Veranstaltung darauf hinwirken, dass die (neue) inklusive Kinder- und Jugendhilfe ihrer Verantwortung gegenüber jungen Erwachsenen und insbesondere den Care Leaver*innen und entkoppelten jungen Menschen unter ihnen gerecht wird. Dazu sollen zuerst junge Menschen selber zu Wort kommen und im Diskurs zwischen Wissenschaft, Verantwortlichen und Betroffenen nach Ursachen, aber vor allem nach neuen Wegen gesucht werden, wie die Kinder- und Jugendhilfe auch junge Erwachsene angemessen unterstützen kann.

Ablauf der Veranstaltung:
- Moderation: Lisi Maier (BAG KJS) und Stefan Leister (BVkE)
- Spotlight 1: Momo – The Voice of Disconnected Youth
Junge Menschen berichten über ihre Erfahrungen mit der Kinder- und Jugendhilfe und das Leben auf der Straße
- Panelrunde I:
Die Jugend endet nicht mit 18! Junge Erwachsene als Zielgruppe der Kinder- und Jugendhilfe
Erkenntnisse aus Forschung und Praxis
- Spotlight 2: O-Töne von Betroffenen und Fachkräften
Beziehungsarbeit endet nicht mit 18 Jahren
- Panelrunde II
Die Jugend endet nicht mit 18! Eine neue Politik für junge Erwachsene? Sozial- und jugendpolitische Konsequenzen
und Forderungen

Die Panelrunden sind besetzt mit betroffenen jungen Menschen, Dr. Mike Seckinger Deutsches Jugendinstitut und Prof. Dr. Wolfgang Schroer.

Referierende
Dr. Mike Seckinger, Deutsches Jugendinstitut
Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Universität Hildesheim
N.N. N.N. , Selbsthilfeorganisation von jungen Menschen/Vertreter*innen von Care Leavern
Dr. Heike Schmid-Obkirchner, BMFSFJ
Moderation
Lisi Maier, Vorsitzende BAG KJS
Stefan Leister, stellv. Vorsitzender BVkE
Ausrichter*in
Deutscher Caritasverband, Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V.
Kooperationspartner
Bundesarbeitsgemeinschaft katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V.
Berlin Büro, Chausseestr.128, 10115 Berlin
Ansprechpartnerin: Andrea Pingel, andrea.pingel@jugendsozialarbeit.de

Kommentare 0

Keine Kommentare gefunden!