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19. Mai 2021 · 17:30 - 19:00 Uhr 109 Plätze verfügbar
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Bildungslandschaften und Jugendarbeit – hopp oder top? Ergebnisse eines Praxisforschungsprojektes in der Diskussion

Sind Bildungslandschaften ein Zukunftsmodell oder eine Sackgasse für die Kinder- und Jugendarbeit? Aufgrund eines Praxisforschungsprojektes werden Grundfiguren und -strukturen auf ihre jugendpolitische Relevanz und Wirksamkeit reflektiert.

Bildungslandschaften sind seit fast 20 Jahren eine zentrale Strategie, mit der in gemeinsamer Verantwortung mehr Bildungsgerechtigkeit und -beteiligung ermöglicht werden soll. Doch welchem Bildungsbegriff und welchen Wirkungsannahmen folgen Bildungslandschaften? Was sind die Potenziale, was sind die Fallstricke von Bildungslandschaften im Spannungsfeld von Selbstermächtigung und Selbstoptimierung, von Orientierung auf prekäre/benachteiligte junge Menschen und Adressierung von bildungsorientierten Familien, von Persönlichkeitsentwicklung und Stadtentwicklung? Welche Rolle spielt die Kinder- und Jugendarbeit inhaltlich und strukturell in Bildungslandschaften? (Inwieweit) Finden die Potenziale der Jugendarbeit Eingang und Platz? In welche bildungs-, sozialpolitischen und ökonomischen Diskurse begeben sich Träger der Jugendarbeit, wenn sie sich beteiligen? Sind sie also ein Zukunftsmodell oder führen sie in eine Sackgasse?

Das Praxisforschungsprojekt „Lokale Bildungslandschaften im empirischen Blick. Die kulturelle Kinder- und Jugendbildung im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe“ (Kooperation von BKJ und Universität Kassel) versuchte diese und weitere Fragen mittels qualitativer und quantitativer Methoden zu beantworten und diese mit unterschiedlichen Trägern der Jugendarbeit fachlich und politisch zu bewerten. Dass diese Debatte nicht an Relevanz verloren hat, zeigte sich nicht nur in den Wochen des Lockdowns, sondern auch die Phase des langsamen (Wieder-)Aufbaus vermeintlich etablierter Kooperationsstrukturen im Anschluss. Sie zeigten die Machtverhältnisse in und die Fragilität von Bildungslandschaften.

497 im Internet veröffentlichte Konzeptionen von Bildungslandschaften in Deutschland wurden hinsichtlich ihrer Themen, Ziele und Akteure analysiert, um Typen von Bildungsnetzwerken zu identifizieren. Mittels Interviews mit Vertreter*innen von Netzwerken wurden dann Orientierungsmuster professionellen Handelns in den verschiedenen Typen von Bildungslandschaften rekonstruiert.

Die Ergebnisse verweisen unter jugendpolitischer Perspektive auf problematische konzeptionelle Ansätze von Bildungslandschaften, indem diese beispielsweise stark soziale und ökonomische Ziele verfolgen und dabei ihr eigentliches Narrativ – umfassende Bildung – aus den Augen verlieren. Sie zeichnen zugleich auf, welche Träger der Kinder- und Jugendhilfe und welche jugendpolitischen Ansätze am ehesten in Bildungslandschaften verfangen.

Nach einer kurzen fachlichen und politischen Einführung durch die BKJ stellt die Universität Kassel zentrale Ergebnisse und Erkenntnisse des Praxisforschungsprojektes in Thesen vor. Die BKJ kommentiert, reflektiert und bewertet anschließend die Ergebnisse und aktuelle Entwicklungen in Bildungslandschaften aus Sicht der Träger der (kulturellen) Kinder- und Jugendarbeit. Anschließend wird die Diskussion geöffnet.

Referierende
Prof. Dr. Werner Thole, Universität Kassel
Heike Gumz, Universität Kassel
Tom Braun, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
Moderation
Kerstin Hübner, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
Ausrichter*in
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.
Kooperationspartner
Universität Kassel

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